Was hilft bei Depressionen?

Wenn geklärt ist, dass es sich um eine Depression handelt, an der Du leidest, dann ist es Zeit sich Hilfe zu holen. Hilfe bei Depressionen bieten einige Therapieformen.

Klassische Therapieverfahren

Die klassisch anerkannten Verfahren sind:

  • psychoanalytische Verfahren
  • tiefenpsychologische Psychotherapieverfahren und die
  • Verhaltenstherapie

Alle drei Therapieformen setzen dabei auf das Gespräch zwischen Dir und dem Therapeuten. Bei den psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Verfahren, wird die Ursache der Depression als Konflikt in der Kindheit verstanden. Und diesem Konflikt geht der Therapeut mit Dir auf den Grund. Diese beiden Therapieformen sind sehr zeitintensiv. Die Psychoanalyse als Therapie dauert oftmals mehrere Jahre.

Die Verhaltenstherapie ist die bisher am besten untersuchte Therapieform. Bei Depressionen hat sie eine sehr hohe Erfolgsquote. Die kognitive Verhaltenstherapie setzt dabei am Verhalten des Menschen an. Krankmachende und selbstabwertende Glaubenssätze werden hinterfragt und durch positive Denkweisen ersetzt. Allein durch das Gespräch kann es schon zu Veränderungen im Denken und somit im Gehirn kommen. Das ist insbesondere so, wenn die Depression zum Beispiel durch anhaltenden Stress verursacht ist. (siehe hierzu auch meinen Artikel: Ursachen und Auslöser einer Depression)

Seit den 90-er Jahren verbreiten sich die sogenannten Verfahren der dritten Welle der Verhaltenstherapie. Diese bringen als ein wesentliches Element – die „Achtsamkeit“ – mit in die Therapie ein. Dabei beschreibt die Achtsamkeit die Fähigkeit, sich voll und ganz mit dem Hier und Jetzt zu verbinden. Wichtig ist dabei, das Jetzt wahrzunehmen, ohne es gleichzeitig zu bewerten. Die Achtsamkeitslehre geht zurück auf den Buddhismus, ohne dessen religiösen Elemente zu beinhalten, und wird bereits seit 2.500 Jahren praktiziert.

Die Wirksamkeit der Kombination aus Verhaltenstherapie und Achtsamkeitsmethodiken ist mittlerweile durch viele wissenschaftliche Studien belegt. Diese beiden Verfahren setze ich auch selbst sehr erfolgreich ein. Zum einen handelt es sich um eine Methode, bei der der Patient selbst viele eigene Erfahrungen machen kann. Es wird viel mit Metaphern gearbeitet, das bedeutet, es entstehen Bilder und Filme im Kopf. Und Bilder und Filme sorgen dafür, dass die Informationen 22 Mal besser behalten werden. Verhaltenstherapie kombiniert mit Achtsamkeit zeigt daher oft eine sehr schnelle positive Wirkung.

Aromatherapie

Die Nutzung der Aromatherapie, das heißt der Einsatz von natürlichen ätherischen Ölen, ist ebenfalls ein Einsatzgebiet bei Depressionen und Burnout. Der Vorteil der ätherischen Öle liegt darin, dass diese direkt über unsere Riechzellen an den ältesten Teil unseres Gehirns weitergegeben werden. Und das ganz ohne menschliche Filterung, die zum Beispiel durch Glaubenssätze ausgedrückt werden – nach dem Motto „Das wirkt sowieso nicht.“ So wirken einige Düfte auf Gehirnareale bzw. Rezeptoren, wo auch Schmerzmittel ansetzen. Der führende Wissenschaftler in dem Bereich der Überprüfung der Wirksamkeit und der Einflussnahme der ätherischen Öle auf unsere Psyche ist übrigens Prof. Dr. Hanns Hatt.

So können erdende Düfte motorische und psychische Unruhen dämpfen. Zitrusdüfte steigern dagegen den Antrieb und die Konzentration. Nachdem ich die positive Wirkung der ätherischen Öle kennen lernen durfte, wende ich diese ebenfalls sehr erfolgreich bei meinen Patienten in Kombination mit den anderen Verfahren an.

Lichttherapie

Dieses Verfahren wird bei der sogenannten Winterdepression eingesetzt. Dabei werden spezielle Lichtgeräte verwendet, die das natürliche Tageslicht simulieren, das uns gerade im Winter oftmals in ausreichender Menge fehlt. Dafür setzt man sich jeden Morgen etwa 30 Minuten vor dieses spezielle Gerät.

Medikamente

Bei akuten Depressionen werden häufig medikamentöse Therapien (Anti-Depressiva; Psychopharmaka) mit Psychotherapien kombiniert. Es handelt sich hierbei oft um Medikamente, die dafür sorgen, dass gewisse Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter wie zum Beispiel Serotonin oder Noradrenalin) länger vorhanden sind. Diese Botenstoffe sind dafür da, Informationen von einer Nervenzelle an die andere zu übergeben. Manchmal ist es notwendig, Psychopharmaka zu nehmen, damit eine Psychotherapie überhaupt möglich ist. Die Medikamente müssen durch einen Arzt bzw. Psychiater verschrieben werden.

Aktivitäten und Sport

Besonders positiv ist, wenn Du die Therapie selbst ergänzt mit regelmäßigen Aktivitäten, wie

  • ein leichter täglicher Spaziergang im Grünen, am Besten im Wald
  • sportlichen Aktivitäten, die man vielleicht früher gerne gemacht hat wie Yoga, Tanzen, Reiten, Joggen, Schwimmen, Tennisspielen, Fitness-Studio
  • Hobbys, wie Töpfern, Gartenarbeit
  • mit Freunden oder der Familie ausgehen
  • Gesellschaftsspiele spielen
  • ins Theater oder Kino gehen
  • Achtsamkeitsübungen
  • Meditationen
  • Entspannungsübungen

Die richtige Ernährung

Auch die Ernährung nimmt Einfluss auf unsere Psyche. Hierbei spricht man häufig von der Darm-Hirn-Achse. Der Darm kommuniziert ständig mit dem Gehirn über viele Hundert Millionen Nervenzellen. Damit nimmt er Einfluss auf unser Gehirn, unser Denken und unsere Gefühle. Vielen dürfte das bereits bekannt sein durch das Buch „Darm mit Charme“ von Giulia Enders, das ich sehr empfehlen kann.

Probiotischer Joghurt kann beispielsweise gelassener machen, scharfe Gewürze können euphorisieren, zu viel Zucker kann Dich unaufmerksam und zappelig werden lassen.

Als Stimmungsaufheller gelten:

  • viel frisches Gemüse
  • Obst
  • Fisch
  • Nüsse
  • Vollkornprodukte
  • probiotische Produkte

Meiden sollte man:

  • Weißmehlprodukte
  • Zucker
  • in Fett Gebratenes
  • tierische Fette

Vermutlich liegt die negative Wirkung der genannten zu vermeidenden Lebensmittel darin, dass sie unser Immunsystem über Entzündungsstoffe in Alarm versetzen, was wiederum zu einer Stress-Reaktion im Körper führt.

Die Wissenschaft beginnt allerdings gerade erst, den Zusammenhang der Ernährung auf die Psyche gezielt zu untersuchen – auf jeden Fall hört und liest es sich sehr spannend.

Weitere Verfahren

Es gibt noch eine weitere Vielzahl an Verfahren – zum Beispiel:

  • Hypnosetherapie
  • Klangtherapie
  • Kunsttherapie
  • Gestalttherapie

Hilfe bei Depressionen

Wenn Du an einer Depression leidest, dann solltest Du Dir Hilfe holen! Die Zeit ist zu schade, als dass Du dieses eine Leben ungenutzt vorbeiziehen lässt. Hole Dir die Hilfe, um ein glückliches, selbstbestimmtes Leben zu führen!

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