Ursachen und Auslöser von Depressionen – was steckt wirklich dahinter?

Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann ist im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen. Vielleicht stellst Du Dir daher auch die Frage, was sind die Ursachen einer Depression? Frauen erkranken zwei– bis dreimal so häufig an einer Depression wie Männer. Was entweder bedeutet, dass Frauen für Depressionen anfälliger sind oder Männer nicht so häufig zum Arzt wegen einer Depression gehen.

Depressionen sind eine Erkrankung, die viel Leid bei den Betroffenen aber auch in deren Umfeld verursacht und die jeden treffen kann. Dabei wird das Leben zunehmend zu einer Last und als bedrückend wahrgenommen. Häufig fühlt man auch körperliche Symptome wie einen belastenden Druck auf der Brust oder dem Bauch.

Oftmals wird die Behandlung von Depressionen allerdings erschwert, da die Betroffenen oft selbst nicht wissen, dass es überhaupt eine Krankheit ist, unter der sie leiden. Wie Du selbst schauen kannst, ob Du möglicherweise unter einer Depression leidest, habe ich in meinem Artikel, „Was sind die Anzeichen einer Depression“ beschrieben.

Oder sie suchen aus Angst oder Scham keinen Arzt, Psychologen oder Therapeuten auf. Oftmals sind auch die Wartezeiten bei Ärzten und Therapeuten so lang, dass sich das Leiden über die Zeit verschlimmert und die Lebensqualität noch weiter abnimmt. Somit ein wahrer Teufelskreis. Doch was sind die Ursachen und die Auslöser von Depressionen?

Ursachen und Auslöser von Depressionen

Es werden viele Ursachen von Depressionen diskutiert und in der Literatur dargestellt. Häufig gibt es nicht die eine Ursache, meistens ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren, die eine Rolle spielen. So werden z.B. häufig Verluste, Belastungen, Stress und Überforderung genannt.

Verluste, Belastungen, Stress und Überforderung

Es ist vor allem das ständige Funktionieren müssen, das ständig kritisiert werden, das ständige sich Vergleichen mit den Kollegen, oder einfach die Angst etwas falsch gemacht oder etwas vergessen zu haben. Das betrifft gleichermaßen Männer und Frauen, die unter ähnlichen Bedingungen im Beruf zu leiden haben und dann in den sogenannten Burnout oder auch Depression rutschen. Häufig sind dabei die Grenzen zwischen Burnout und Depression fließend und können nicht genau gezogen werden.

Oft sind von Depressionen auch berufstätige Frauen betroffen, die durch die doppelte oder sogar dreifache Belastung aus familiärer, beruflicher und auch persönlicher Situation überfordert sind. Auf jeden Fall ist sicher, dass der Stress und damit das ausgeschüttete Cortisol nachgewiesener Maßen Depressionen und Burnout begünstigt und verursacht.

Die Depression kann auch z.B. durch ein schlimmes Erlebnis oder Schicksalsschlag (Trauma), Tod oder Verlust eines Angehörigen oder Freundes oder auch durch einen Unfall, ausgelöst werden kann. Einfach jegliche Art der Veränderung der Lebensumstände kann eine Depression hervorrufen z.B. auch Verlust des Arbeitsplatzes, Umzug, Heirat, Geburt eines Kindes etc.

Im höheren Alter können Depressionen insbesondere auch bei Frauen durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren begünstigt werden. Der Östrogenspiegel sinkt dabei ab, wobei Kortisol zunimmt.

Vererbung als Ursache der Depression

Häufig liegt auch eine familiäre vererbte Belastung in der Familie vor. Studien zeigen einen familiären Zusammenhang auf, auch wenn man bislang noch kein „Depressionsgen“ gefunden hat.

Allerdings ist das Risiko an einer Depression 50% höher, wenn bereits ein Elternteil an einer Depression erkrankt ist. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass man depressiv wird, wenn die Eltern depressiv waren. Es zeigt jedoch, dass man eine höhere Anfälligkeit für eine depressive Erkrankung mitbringt. Hinzu kommen muss meist noch ein Auslöser. Und je nachdem mit welcher Widerstandsfähigkeit z.B. in Form eines gesunden Selbstwertgefühls, Akzeptanzfähigkeit, Optimismus, Improvisationsmöglichkeiten und so weiter man persönlich ausgestattet ist, kann es dann zu einer Depression kommen oder eben auch nicht.

Belastungen und soziales Umfeld

Ebenfalls gibt es die rein familiären oder auch psychosozialen Belastungen, die bereits in der Jugend dazu führen können, dass es zu Depressionen kommt. Dies kann geschehen durch einen Erziehungsstil der Eltern, der dazu führt, dass das Kind in vollkommener Abhängigkeit und Unselbständigkeit aufwächst. Daraus resultierend ist dann auch der Erwachsene den Anforderungen des Alltags nicht gewachsen. Oder es werden permanent überhöhte Anforderungen an das Kind gestellt, die es niemals erfüllen kann. Dann wird es mit dem Glaubenssatz aufwachsen „ich bin nicht gut genug“ oder „ich muss perfekt sein“. Auch die Menschen, die so aufgewachsen sind, sind besonders anfällig für Depressionen.

Bei Erwachsenen kann Mobbing am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis zu einer Depression führen. Alleine das Gefühl, dass man ausgegrenzt wird, führt zur Aktivierung des Schmerzzentrums im Gehirn. Also genau so, wie wenn ein tatsächlicher körperlicher Schmerz erlebt wird. Das hat man wissenschaftlich über bildgebende Verfahren (MRT) herausgefunden,

Was passiert bei einer Depression im Kopf ?

Oft wird auch als Ursache einer Depression eine Störung im Gehirnstoffwechsel benannt. Das heißt, dass gewisse Botenstoffe nicht in ausreichender Menge im Kopf und somit Gehirn vorhanden sind. Daher werden als Medikamente auch die sogenannten Antidepressiva eingesetzt. Diese führen zu einer Erhöhung der Botenstoffe im Gehirn.

Leider ist die medikamentöse Behandlung nicht bei jedem Patienten erfolgreich.

Durch bildgebende Verfahren, z.B. mit Hilfe von Untersuchungen mit dem Kernspintomographen (MRT) hat man zudem festgestellt, dass der limbische Teil unseres Gehirns – also der älteste Teil unseres Gehirns, bei depressiven Personen eine veränderte Aktivität aufweist. Und dieser Teil ist für die Entstehung und Verarbeitung der Gefühle zuständig. Damit erklärt sich auch, warum so häufig die Menschen depressiv sind, die im Vorfeld einen Schicksalsschlag oder andere Belastungen erfuhren.

Beispielsweise konnte sogar nachgewiesen werden, dass das Gehirn bei einer Depression einen Teil seiner Erneuerungsfähigkeit verliert. Das bedeutet, es werden in gewissen Teilen des Gehirns weniger neue Nervenzellen oder auch weniger Verbindungen zwischen Nervenzellen gebaut. So kann sich die Depression auch mit einer abnehmenden Konzentration und die Merkfähigkeit bemerkbar machen.

Somit kann man sagen: Alle Gefühle, Gedanken, Erinnerungen in unserem Gehirn sind Ergebnisse von elektrischen und biochemischen Prozessen, die darin ablaufen. Und wenn da etwas durcheinander kommt, wirkt sich das zum Beispiel in einer Depression aus und sorgt für die Grübeleien und schwermütigen Gedanken.

Hierbei gibt es deutliche Anzeichen, dass Stress, ob hervorgerufen durch Traumata oder Mobbing oder auch andere Auslöser, einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung einer Depression hat. Hält der Stress an, wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Und das führt dann, wenn er nicht auf sein Normalniveau zurückgefahren wird, zu Angstzuständen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit. Und darüberhinaus wird durch den hohen Cortisolwert die Erneuerungsfähigkeit des Gehirns gehemmt.

Medikamente und körperliche Erkrankungen

Auch Medikamente können Depressionen verursachen, wie z.B. hoch dosiertes Kortison, Interferone und bestimmte Antibiotika.

Schließlich gibt es natürlich auch noch die körperlich hervorgerufene Depression, verursacht durch Demenz, Parkinson, Tumore, Schilddrüsenerkrankungen, Alkoholabhängigkeit, Nebennierenerkrankungen und chronische Schmerzerkrankungen etc.

Hilfe bei Depressionen

Solltest Du bei Dir selbst Anzeichen einer Depression feststellen, kontaktiere bitte einen Arzt oder Therapeuten – denn die Zeit ist zu schade, als dass Du dieses eine Leben ungenutzt vorbeiziehen lässt. Hole Dir die Hilfe, um ein glückliches, selbstbestimmtes Leben zu führen!

Eine der erfolgversprechendsten Therapie bei Depressionen ist übrigens wissenschaftlich erwiesen die Verhaltenstherapie in Verbindung mit Achtsamkeit. In meiner Praxis biete ich Dir sowohl verhaltenstherapeutische als auch achtsamkeitsbasierte Verfahren.

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